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                <title>Julius an seine Schwiegereltern, Kalkar, 16. Mai 1866</title>
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            <editionStmt><p>Julius und Barbara. Ein rheinischer Familienbriefwechsel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
                Herausgegeben von Stefan Dumont. Berlin 2025. <ref target="http://julius-und-barbara.de">http://julius-und-barbara.de</ref></p></editionStmt>
            <publicationStmt><publisher><ref target="http://orcid.org/0000-0002-6923-0950">Stefan Dumont</ref></publisher><pubPlace ref="http://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><idno type="URLWeb">http://julius-und-barbara.de/D18660516.html</idno><idno type="URLXML">http://julius-und-barbara.de/D18660516.xml</idno><date when="2025-10-08+02:00"/></publicationStmt>
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                    <persName key="DP0001">Julius Dumont</persName>
                    <placeName key="DO0008">Kalkar</placeName>
                    <date when="1866-05-16"/>
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                    <persName key="DP0008">Franz Clemens Mansteden</persName>
                    <persName key="DP0009">Anna Maria Mansteden</persName>
                    <placeName key="DO0007">Bergheimerdorf</placeName>
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                    <dateline>Calcar, 16. Mai 1866</dateline>
					<salute>Liebe Schwiegereltern!</salute>
                </opener>
				<p>Gestern mittwoch abends habe ich <lb/>eine Einberufung erhalten, wo<lb/>nach ich am 22ten Mai
                    in Wesel <lb/>sein soll; Ihr könnt Euch vorstellen <lb/>wie schwer es mir
                    geworden <lb/>ist, meinem lieben Bärbchen solches <lb/>mitzutheilen indessen es
                    musste <lb/>geschehen; Bärbchen hat die Nachricht <lb/>mit Fassung angehört, wie
                    ich es <lb/>von ihr gehofft habe. Hoffentlich komt <lb/>in der 11ten Stunde der
                    Friede <lb/>und wenn wir etwas hin und <lb/>her marschiert sind, wird die
                    Ge<lb break="no"/>schichte beendigt sein.</p>
                <p>Wir fangen heute schon gleich an, <lb/>uns auf die Abreise zu rüsten, <lb/>lasst
                    im Uebrigen Alles zurück <lb/>und schickt nur den leeren <lb/>Champagnerkorb; es
                    wird uns <lb/>schwer angehen, Abschied zu neh<lb/>men, und werde ich es kaum
                    <lb/>ertragen können, Euch für einst<lb break="no"/>weilen Euer liebes Kind
                    wieder <lb/>überantworten zu müssen; ein  <lb/>Trost bleibt mir bei allem Leid,
                    <lb/>daß ich mein liebes Bärbchen bei <lb/>den Eltern am besten aufgehoben
                    <lb/>weiß und deshalb keine Sorgen <lb/>zu haben brauche.</p>
                <p>Bärbchen und ich sind der An<pb n="2"/>sicht <lb/>und hoffe ich, daß Ihr
                    beipflichten <lb/>werdet daß wir unsere <gap reason="illegible" unit="words" quantity="1"/>
                    <lb/>Rechnungen bezahlen; Solltet Ihr <lb/>uns dabei helfen wollen, so bitte
                    <lb/>ich dich, aus den bei <hi rendition="#aq">Uhles</hi> erfalle<lb/>nen
                    Mobilargeldern den Betrag <lb/>von <hi rendition="#aq">Einhundert</hi> Thaler zu
                        entneh<g ref="#typoHyphen"/><lb break="no"/>men und mir sofort zugehen zu
                    <lb/>lassen, sollte ich das Geld nicht erhal<lb break="no"/>ten, so muss ich bei
                        <ref xml:id="ref_d1e189" corresp="note_d1e190">Notar</ref><note xml:id="note_d1e190" corresp="ref_d1e189" type="editorial">Hiermit
                            ist möglicherweise <persName key="DP0011">Johann Peter Lauff
                            </persName>gemeint.</note> einen <lb/>Vorschuss entnehmen gegen
                    Zinsen. <lb/>Also, liebe Schwiergereltern schreibt <lb/>mir <hi rendition="#u">bald</hi> Nachricht, welche Aussich<g ref="#typoHyphen"/><lb break="no"/>ten wir haben, damit ich zu handeln <lb/>weiß.</p>
                <p>Hoffentlich sehe ich Euch baldigst wieder <lb/>und wollen wir uns dann
                    <lb/>gemeinschaftlich sowohl des obersten <lb/>denen Ereignisses und des
                        Enkel<lb break="no"/>chens, als auch das Friedens er<lb break="no"/>freuen. </p>
				<closer>
					<salute>Lebet wohl und seid herzlich <lb/>gegrüßt von Eurem Euch <lb/>liebenden
                        Schwiegersohn</salute>
					<signed>Julius Dumont</signed>
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