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                <title>Julius an Barbara, Wesel, 31. Mai 1866</title>
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            <editionStmt><p>Julius und Barbara. Ein rheinischer Familienbriefwechsel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
                Herausgegeben von Stefan Dumont. Berlin 2025. <ref target="http://julius-und-barbara.de">http://julius-und-barbara.de</ref></p></editionStmt>
            <publicationStmt><publisher><ref target="http://orcid.org/0000-0002-6923-0950">Stefan Dumont</ref></publisher><pubPlace ref="http://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><idno type="URLWeb">http://julius-und-barbara.de/D18660531.html</idno><idno type="URLXML">http://julius-und-barbara.de/D18660531.xml</idno><date when="2026-06-02+02:00"/></publicationStmt>
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                <msDesc rend="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <institution>Privatbesitz</institution>
                        <idno>keine Signatur vergeben</idno>
                    </msIdentifier>
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                        <p>4°, gefaltet, 3 von 4 Seiten beschrieben. Bath-Stempel auf der ersten
                            Seite links oben.</p>
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                    <persName key="DP0001">Julius Dumont</persName>
                    <placeName key="DO0006">Wesel</placeName>
                    <date when="1866-05-31"/>
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                <correspAction type="received">
                    <persName key="DP0002">Barbara Dumont</persName>
                    <placeName key="DO0007">Bergheimerdorf</placeName>
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                <opener>
                    <dateline>Wesel 31/5 66</dateline>
					<salute>Mein herzensliebes Bärbchen!</salute>
                </opener>
				<p>Meine beiden, dir in schneller Folge <lb/>gesandten Briefe wirst du wohl <lb/>erhalten haben;
                    du kannst es nur <lb/>natürlich finden, wenn es mich heute <lb/>schon wiederum
                    verlangt, dir einen <lb/>Brief zu schreiben, denn was liegt wohl <lb/>näher, als
                    der fortwährende Gedanke <lb/>an dich, mein liebes Weib.</p>
                <p>Gestern Mittag erhielt ich ein neues <lb/><rs type="term" key="quartier">Quartier</rs>, habe also wieder einpacken <lb/>müssen und auch sofort
                    wieder ausge<g ref="#typoHyphen"/><lb break="no"/>packt; heute Donnerstag
                    Nachmittag <lb/>will ich nun einige Zeit bei dir <lb/>sein; wenn es mir auch in
                    anderer Weise <lb/>viel angenehmer wäre, so muss ich mich <lb/>begnügen mit
                    demjenigen, was ich habe <lb/>und so muss ich denn meine Unterhal<lb break="no"/>tung zu Papier bringen.</p>
                <p>Heute Nachmittag ist das Jülicher <lb/>Landwehrbataillon hier eingerückt <lb/>und
                    dadurch größeres Leben in die <lb/>hiesige Stadt gekommen; wir sollen
                    <lb/>indessen nur kurze Zeit daran <lb/>teilnehmen, indem wir am Samstag
                    <lb/>von hier abmarschieren, um gleich den <lb/>Anderen herumgeschleppt zu
                        werden;<pb n="2"/>
                    <lb/>wir kommen als Besatzung nach Minden <lb/>und haben eine recht großen
                    <lb/>Marsch zu machen; wahrtscheinlich wird <lb/>dort dann der Feldzug beendigt
                    <lb/>sein und ich mit guter Gesundheit <lb/>zurückkehren; die Möglichkeit, dich
                    <lb/>also schon bald wiederzusehen, ist <lb/>nunmehr weiter hinaus gerückt
                    <lb/>und zerfallen also alle desshalb getrof<lb break="no"/>fenen Dispositionen;
                    sobald wir <lb/>an unsern Bestimmungsorte ange<lb break="no"/>kommen sind, werde
                    ich meine <gap reason="illegible" unit="words" quantity="1"/>
                    <lb/>so abgeben; vom Marsche aus werde <lb/>ich dir wiederholt schreiben, damit
                    <lb/>du überzeugt bleiben kannst, daß <lb/>ich gesund und wohl bin; auch kannst
                    <lb/>du alle mir zuschickenden Sachen <lb/>an dir behalten, bis ich meine
                    <lb/>nächste Adresse angebe.</p>
                <p>Du musst nun nicht traurig wer<lb break="no"/>den und an dasjenige denken,
                    <lb/>was du unter deinem Herzen trägst<supplied cert="high">,</supplied>
                    <lb/>sei also standhaft und vertraue mit <lb/>mir auf Gott, der Alles zum Besten
                    <lb/>lenken wird.</p>
                <p>Die beifolgenden Sachen habe ich als  <lb/>überflüssige dir zugehen lassen;
                    <lb/>sorge dafür, daß ich nunmehr mit <lb/>der nächsten Sendung 6 reine Hemder
                    <lb/>&amp; Strümpfe erhalten kann, indem<pb n="3"/>
                    <lb/>ich daran bedürftig sein werde. <lb/>Heute ist der erste schöne Nachmit<lb break="no"/>tag und wirst du denselben <lb/>hoffentlich im schönen Garten
                        zubrin<lb break="no"/>gen fern von mir deinem dich lie<lb break="no"/>benden
                    Gatten; ich sitze auf meiner <lb/>Stube ganz allein und bin bei dir <lb/>mit der
                    ganzen Sehnsucht meines <lb/>Herzens.</p>
                <p>Freuen wir uns auf’s Wiedersehen <lb/>welches hoffentlich bald bevorsteht.
                    <lb/>Der neunte Monat ist nunmehr bal<lb break="no"/>digst abgelaufen und komme
                    ich <lb/>dann zu dir, um das theure Pfand <lb/>unserer Liebe in Empfang zu
                        neh<lb break="no"/>men; di kannst dir kaum den<lb break="no"/>ken, wie sehr
                    ich auf diesen Tag gespannt <lb/>bin.</p>
                <p>Hoffentlich seid Ihr Akke wohl und <lb/>gesund und genießt das <choice>
                        <sic>schönen</sic>
                        <corr cert="high">schöne</corr>
                    </choice>
                    <lb/>Frühlingswetter, welches inder That <lb/>jetzt eingetreten ist</p>
				<closer>
					<salute>Viele herzliche Grüße an Euch Alle <lb/>insbesondere herzlichen Gruß und  <lb/>Kuss von
                        deinem dich immer <lb/>treuliebenden Gatten</salute>
					<signed>Julius</signed>
				</closer>
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