<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:telota="http://www.telota.de" xml:id="D18660624">
    <teiHeader>
        <fileDesc>
            <titleStmt>
                <title>Julius an Barbara, Harburg, 24. Juni 1866</title>
            </titleStmt>
            <editionStmt><p>Julius und Barbara. Ein rheinischer Familienbriefwechsel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
                Herausgegeben von Stefan Dumont. Berlin 2025. <ref target="http://julius-und-barbara.de">http://julius-und-barbara.de</ref></p></editionStmt>
            <publicationStmt><publisher><ref target="http://orcid.org/0000-0002-6923-0950">Stefan Dumont</ref></publisher><pubPlace ref="http://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><idno type="URLWeb">http://julius-und-barbara.de/D18660624.html</idno><idno type="URLXML">http://julius-und-barbara.de/D18660624.xml</idno><date when="2025-10-08+02:00"/></publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <msDesc rend="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <institution>Privatbesitz</institution>
                        <idno>keine Signatur vergeben</idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>4°, gefaltet. 2 1/2 Seiten von 4 beschrieben. Blaues, recht dünnes
                            Papier. Auf der ersten Seite oben rechts Bath-Stempel.</p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
        <profileDesc>
            <correspDesc>
                <correspAction type="sent">
                    <persName key="DP0001">Julius Dumont</persName>
                    <placeName key="DO0017">Harburg</placeName>
                    <date when="1866-06-24"/>
                </correspAction>
                <correspAction type="received">
                    <persName key="DP0002">Barbara Dumont</persName>
                    <placeName key="DO0007">Bergheimerdorf</placeName>
                </correspAction>
            </correspDesc>
        </profileDesc>
    </teiHeader>
    <text>
        <body>
            <div type="writingSession">
                <opener>
                    <dateline>Harburg, den 24/6 66</dateline>
					<salute>Mein herzensliebes Bärbchen!</salute>
                </opener>
				<p>Heute Sonntag Nachmittag habe <lb/>ich endlich das lange in Aussicht <lb/>stehende Paquete
                    erhalten; dassel<lb break="no"/>be enthielt indessen keinen <lb/>Brief, wonach
                    ich sehnlichst süchte, <lb/>wohl aber sehr viele Sachen, die <lb/>ich als
                    überflüssige wieder zurück<lb break="no"/>gehen lasse, nebst den in Gebrauch
                    <lb/>gewesenen Hemden; ich freute <lb/>mich sehr, endlich wiede reinmal <lb/>ein
                    rein gewaschenes Hemd anziehen <lb/>zu können und bin sofort in <lb/>ein solches
                    hineingeschlüpft; im <lb/>Uebrigen bin ich nunmehr wieder <lb/>auf lange Zeit
                    ausgerüstet und <lb/>bitte ich sehr, mir für die Folge <lb/>nur solche
                    Gegenstände zu schicken <lb/>welche ich bestellt habe, indem ich
                    <lb/>überflüssige Sachen nicht unter<lb break="no"/>bringen kann.</p>
                <p>Hier ist sonst nichts Neues vorgefal<lb break="no"/>len und bin in meinem alten
                    <lb/>Quartier <hi rendition="#u">sehr</hi> gut aufgehoben, als
                    <lb/>Etappenkommandant von Harburg, <lb/>einer Stadt von 15000
                        Einwohner<supplied cert="high">.</supplied>
                    <lb/>Ich habe heute Morgen nach <lb/><hi rendition="#aq">Hannover</hi>
                    telegraphirt und  <lb/>ist es möglich, daß ich einstweilen <lb/>noch hier
                    bleibe, was mir gar <lb/>nicht unangenehm sein würde. <lb/>Meinen Brief von
                    gestern  <lb/>(Samstag) wirst du wohl erhal<lb break="no"/>ten haben; du hast
                    daraus er<lb break="no"/>sehen, daß ich noch wohl und <lb/>gesund bin und hoffe
                    ich, daß <lb/>solches bei dir auch noch der Fall <lb/>sein wird; du kannst dir
                    leicht <lb/>vorstellen, wie ich im Geiste <lb/>fortwährend an deiner Seite
                    <lb/>bin und wie ich Alles mit dir <lb/>durchlebe, was nunmehr kom<lb break="no"/>men wird. Vertrauen wir auf <lb/>Gott, den Allmächtigen, der schließ<lb break="no"/>lich Alles zum Beßten lenken <lb/>wird; jede Stunde erwarte ich
                    <lb/>nunmehr Nachricht von deiner <lb/>glücklichen Entbindung und <lb/>lebe ich
                    deßhalb in großer Auf<lb break="no"/>regung, was sehr natürlich ist. <lb/>Von
                    Königswinter und sonstigen <lb/>Orten habe ich bis jetzt noch keine <lb/>Briefe
                    erhalten und kann ich<pb n="3"/>
                    <lb/>mir das Stillschweigen gar nicht <lb/>erklären; hoffentlich ist nunmehr
                    <lb/>ein Brief von Dir unterwegs, wo<lb break="no"/>raus ich entnehmen kann, wie
                    es <lb/>mit Dir, meiner innigstgeliebten <lb/>Gattin bestellt ist.</p>
				<closer>
					<salute>Viele herzeliche Grüße an Vater <lb/>Mutter und Ohm Anton, die <lb/>hoffentlich noch
                        wohl sind. <lb/>Insbesondere grüßt und küsst <lb/>Dich innig Dein Dich immer
                        <lb/>treuliebender Gatte</salute>
					<signed>Julius</signed>
				</closer>
            </div>
        </body>
    </text>
</TEI>