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                <title>Julius an Barbara, Frankfurt a. M., 27. Juli 1866</title>
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            <editionStmt><p>Julius und Barbara. Ein rheinischer Familienbriefwechsel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
                Herausgegeben von Stefan Dumont. Berlin 2025. <ref target="http://julius-und-barbara.de">http://julius-und-barbara.de</ref></p></editionStmt>
            <publicationStmt><publisher><ref target="http://orcid.org/0000-0002-6923-0950">Stefan Dumont</ref></publisher><pubPlace ref="http://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><idno type="URLWeb">http://julius-und-barbara.de/D18660727.html</idno><idno type="URLXML">http://julius-und-barbara.de/D18660727.xml</idno><date when="2025-10-08+02:00"/></publicationStmt>
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                    <persName key="DP0001">Julius Dumont</persName>
                    <placeName key="DO0003">Frankfurt</placeName>
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                    <persName key="DP0002">Barbara Dumont</persName>
                    <placeName key="DO0007">Bergheimerdorf</placeName>
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                    <dateline>Frankfurt a/m. 27.7.66</dateline>
					<salute>Mein herzensliebes Bärbchen!</salute>
                </opener>
				<p>So eben Mittags 12 Uhr erhalte ich <lb/>in 2 von Ohm Anton geschrie<lb break="no"/>benen
                    Briefen die erfreuliche <lb/>Nachricht daß du mir einen <lb/>Sohn geboren und
                    dich mit <lb/>demselben wohl und gesund <lb/>befindest; meinen Kamera<lb break="no"/>den theilte ich dieses mit und <lb/>werde ich von allen Seiten
                    <lb/>gratulirt; Frau Baronin von <lb/>Erlanger setzte ich bei meiner
                    <lb/>Rückkehr ebenfalls in Kennt<lb break="no"/>niss und freute sie sich sehr;
                    <lb/>wir tranken zum Frühstück <lb/>mit Champagner auf das Wohl<lb break="no"/>sein von Mutter und Kind; <lb/>des Frühstück ist eben, mittags <lb/>1 Uhr,
                    beendigt und sitzt der <lb/>glückliche Vater schon wieder <lb/>am Schreibtisch,
                    um seiner <lb/>Freude in einigen Zeilen Luft <lb/>zu machen.</p>
                <p>Hoffentlich befindest du dich <lb/>wohl und gesund und lässt <lb/>es, unter
                    Beobachtung alter Vor<lb break="no"/>schriften, an nichts fehlen; du<pb n="2"/>
                    <lb/>kannst dur leicht vorstellen, wie <lb/>ich danach verlange, dich selbst
                    <lb/>zu pflegen und bei dir an <lb/>deinem Bett zu sein. hoffent<lb break="no"/>lich wird der Werlauf des Wochen<lb break="no"/>bettes auch ein günstiger
                    sein; <lb/>hüte dich vor jeglicher Aufregung <lb/>und vielem Besuch, damit alles
                    <lb/>gut bestanden wird</p>
                <p>Ohm Anton theilt mir mit, daß <lb/>ihr morgen unsern Erstgeborenen <lb/>taufen
                    wollt; ich kann leider <lb/>nicht dabei sein und muss mich <lb/>begnügen mit der
                    Freude, die <lb/>ich jetzt habe und die indem Be<g ref="#typoHyphen"/><lb break="no"/>wusstsein besteht, daß du an <lb/>der Seite unseres
                    Erstgebornenen <lb/>als glückliche Mutter gesund und <lb/>wohlbehalten
                    aufgehoben bist.</p>
                <p>Lasse mir mittheilen, ob das <lb/>Paquet von Gießen und die Cigar<lb break="no"/>ren für Vater angekommen <lb/>sind; gestern Nacht? habe ich die <lb/>von der
                    hiesigen Hauptwache aus <lb/>geschrieben und hast du hoffent<lb break="no"/>lich
                    diesen Brief nebst? dem den <lb/>Cigarren beigefügten Brief erhalten.</p>
                <p>In Königswinter wird man <lb/>über die Geburt des ersten En<g ref="#typoHyphen"/><lb break="no"/>kels ebenfalls große Freude haben <lb/>und redet ihr ???
                        beisam<lb break="no"/>men sein.</p>
                <p>Ich bin noch immer wohl und <lb/>gesund und in meinem alten <lb/>Quartier noch?
                    immer sehr gut <lb/>aufgehoben; ein Truppenwechsel <lb/>steht nicht bevor und
                    glaube ich daß <lb/>wir hier bleiben werden; wir <lb/>haben vielen Wachtdienst,
                    wodurch <lb/>man sehr in Anspruch genommen <lb/>ist; unsere braven Truppen haben
                    <lb/>sich bei Bischofsheim wieder tapfer <lb/>geschlagen und wird? hoffentlich
                    <lb/>numeher die Bundesarnee sich <lb/>eines Besseren belehren lassen. </p>
				<closer>
                    <salute>Viele herzliche Grüße an Vater <lb/>Mutter und Ohm Anton, sowie <lb/>an
                        meine etwa <unclear reason="illegible" cert="high">anreisenden</unclear>
                        <lb/>Eltern und Geschwister, insbesondere <lb/>aber tausend Grüße und Küsse
                        <lb/>an dich von deinem dich immer <lb/>treuliebenden Gatten</salute>
                    <signed>Julius</signed>
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