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                <title>Julius an Barbara, Hannover, 8. August 1866</title>
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            <editionStmt><p>Julius und Barbara. Ein rheinischer Familienbriefwechsel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
                Herausgegeben von Stefan Dumont. Berlin 2025. <ref target="http://julius-und-barbara.de">http://julius-und-barbara.de</ref></p></editionStmt>
            <publicationStmt><publisher><ref target="http://orcid.org/0000-0002-6923-0950">Stefan Dumont</ref></publisher><pubPlace ref="http://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><idno type="URLWeb">http://julius-und-barbara.de/D18660808.html</idno><idno type="URLXML">http://julius-und-barbara.de/D18660808.xml</idno><date when="2025-10-08+02:00"/></publicationStmt>
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                <msDesc rend="manuscript">
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                        <institution>Privatbesitz</institution>
                        <idno>keine Signatur vergeben</idno>
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                    <persName key="DP0001">Julius Dumont</persName>
                    <placeName key="DO0013">Hannover</placeName>
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                    <persName key="DP0002">Barbara Dumont</persName>
                    <placeName key="DO0007">Bergheimerdorf</placeName>
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                <opener>
                    <dateline>Hannover 8/8 66</dateline>
					<salute>Mein herzensliebes Bärbchen!</salute>
                </opener>
				<p>mein von Bürstadt gesandter <lb/>Brief hat dir mitgetheilt daß wir <lb/>nach Hannover fahren;
                    heute Mor <lb/>gen will ich denn meinem lieben <lb/>Fräuchen mittheilen, daß ich
                    nach <lb/>einer 24 stündigen Eisenbahnfahrt <lb/>gestern <unclear reason="illegible" cert="low">nachmittag</unclear> glücklich in Hanno<lb break="no"/>ver angekommen bin und im <lb/>Hotel Hartmann ein feines Quar<lb break="no"/>tier bezogen habe.</p>
                <p>Wie ich nunmehr vernommen, haben die <lb/>hiesigen Einwohner beantragt, daß
                    <lb/>unser Regiment nach hier zurückver<lb break="no"/>legt werde, indem das
                    Benehmen der <lb/>Leute ihnen sehr zugesagt hat; das <lb/>Ende des Feldzuges
                    werde ich also hier <lb/>erleben in der in der Residenz des gestürzten
                    <lb/>Welfen, der nunmehr preußisch <lb/>wird, wie man allgemein glaubt. Hanno<lb break="no"/>ver ist eine schöne Stadt und wollte <lb/>ich nur daß du
                    hierhinkommen könn<lb break="no"/>test damit wir dann zusammen  <lb/>die Stadt
                    besehen könnten; doch das <lb/>kann nicht sein, indem du ja bei <lb/>unserm
                    Kleinen weilst und Mutter<pb n="2"/><lb break="no"/>pflichten erfüllen musst;
                    ich werde <lb/>mich also bemühen, daß ich baldigst <lb/>zu dir komme, welches
                    schöne Hof<lb break="no"/>fen bei den fortwährenden Frie<lb break="no"/>densaussichten näher rückt.</p>
                <p>Einstweilen muss ich noch gleich den <lb/>Andern, hier aushalten und <lb/>mich
                    inden Verhältnisse bis zum <lb/>Schluss finden<supplied cert="high">.</supplied></p>
                <p>Wie geht es denn unserm lieben <lb/>Bärbchen und was macht unser
                    <lb/>Kleiner.</p>
                <p>Derselbe soll nach Mittheilung <lb/>der Mutter eine starke Stimme haben <lb/>und
                    saufen, wie ein <unclear reason="illegible" cert="low">Löcherchen</unclear>;
                    freut <lb/>Mich sehr, zu hören; kann ein <lb/>tüchtiger Junge werden, wenn es so
                    <lb/>fortgeht.</p>
                <p>Halte dich tapfer und vertraue (ich) <lb/>auf Gott der Alles zum Besten
                    <lb/>lenken wird. Hoffentlich sind wir <lb/>baldigst wieder zu Hause und kann
                    <lb/>ich dir dann von meinen Kriegs<lb break="no"/>thaten noch ehr erzählen.</p>
                <p>Für heute Morgen muss ich abbrechen <lb/>indem ich um 9 Uhr Gericht abzuhal<lb break="no"/>ten habe, wofür noch Vieles zu<g ref="#typoHyphen"/><lb break="no"/>schreiben ist</p>
				<closer>
					<salute>Viele herzliche Grüße an die lieben <lb/>Großeltern, Ohm Anton sowie <lb/>auch an dich
                        den herzlichsten <lb/>Gruß und innigsten Kuss von <lb/>deinem dich
                        treuliebenden Gatten</salute>
					<signed>Julius</signed>
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