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                <title>Julius an Barbara, Hannover, 18. August 1866</title>
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            <editionStmt><p>Julius und Barbara. Ein rheinischer Familienbriefwechsel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
                Herausgegeben von Stefan Dumont. Berlin 2025. <ref target="http://julius-und-barbara.de">http://julius-und-barbara.de</ref></p></editionStmt>
            <publicationStmt><publisher><ref target="http://orcid.org/0000-0002-6923-0950">Stefan Dumont</ref></publisher><pubPlace ref="http://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><idno type="URLWeb">http://julius-und-barbara.de/D18660818.html</idno><idno type="URLXML">http://julius-und-barbara.de/D18660818.xml</idno><date when="2026-06-02+02:00"/></publicationStmt>
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                <msDesc rend="manuscript">
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                        <institution>Privatbesitz</institution>
                        <idno>keine Signatur vergeben</idno>
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                    <persName key="DP0001">Julius Dumont</persName>
                    <placeName key="DO0013">Hannover</placeName>
                    <date when="1866-08-18"/>
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                <correspAction type="received">
                    <persName key="DP0002">Barbara Dumont</persName>
                    <placeName key="DO0007">Bergheimerdorf</placeName>
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                <opener>
                    <dateline>Hannover, den 18/8 1866</dateline>
					<salute>Mein herzensliebes Bärbchen!</salute>
                </opener>
				<p>Es war in der That die höchste Zeit, daß <lb/>von Bergheim aus ein Brief für mich
                    <lb/>abging, indem mich beim ungewohnten <lb/>Ausbleiben desselben eine Angst
                    und <lb/>Niedergeschlagenheit befallen hatte, die <lb/>ich nicht länger hötte
                    ertragen können. <lb/>Heute Samstag Morgen erhalte ich denn <lb/>auch zu meiner
                    größten Freude den lange <lb/>ersehnten Brief und dabei sogar geschrie<lb break="no"/>ben von dir meinem allerliebsten lang<lb break="no"/>jährigen
                    Correspondenten; meine Stim<lb break="no"/>mung ist nunmehr insofern eine
                    bessere <lb/>als ich nicht mehr zum Erkennen nieder<lb break="no"/>geschlagen
                    bin, als ich weiß, daß du, mein <lb/>liebes Weib und unser theures Unter<lb break="no"/>pfand der Liebe wohl und gesund bist; <lb/>durch die
                    Mittheilung, die man mir bis <lb/>jetzt verschwiegen, daß die <rs type="term" key="geburtsvorgang">Zange</rs> ange<lb break="no"/>wendet worden, hast du mich an
                    ein <lb/>neues Bild der Schmerzen geführt, worin <lb/>du die Hauptperson
                    gespielt hast; du <lb/>kannst dir denken, daß ich mich lebhaft <lb/>in die Nacht
                    vom 26ten auf den 27ten <lb/>Juli zurückversetzt habe und es mir  <lb/>numehr
                    doppelt schmerzlich ist, nicht <lb/>an deinem Bette gewesen zu sein<supplied cert="low">;</supplied><pb n="2"/>
                    <lb/>danken wir Gott, daß Alles glücklich vorü<g ref="#typoHyphen"/><lb break="no"/>ber und Mutter und Kind sich gesund <lb/>befinden, was ja nach
                    deinem Briefe in <lb/>jeder Weise der Fall ist; ich brauche <lb/>dir wohl nicht
                    mitzutheilen, daß meine <lb/>Sehnsucht nach der Heimat und zu meinen <lb/>Lieben
                    mit jedem Tage größer wird <lb/>daß ich unendlich danach verlange, dich <lb/>und
                    mein Kind an mein Herz drücken <lb/>zu können; hoffentlich findet unsere
                    <lb/>Rückkehr baldigst statt und sind wir <lb/>mit Ende des Monats Alle zu
                    Hause; <lb/>wir können dann unser <persName key="DP0004">Fränzchen</persName>
                    betrachten <lb/>und unsere Aehnlichkeitsstudien, die du <lb/>schon in
                    origineller Weise begonnen <lb/>hast, fortsetzen.</p>
                <p>Das von Vater gegebene Geschenk kannst <lb/>Du aufheben oder in sonstiger Weise
                        ver<lb break="no"/>wenden; ich werde mich hier durchschlagen; <lb/>sollte
                    ich den 11ten September noch im jetztigen  <lb/>Costüme erlebenm so erhalte ich
                    19-22-4 Sold <lb/>womit ich auskomme, neben 3-“-“ Untersuch. 8-“-“ Feldzulage
                    <lb/>bei wird uns nunmehr auch eine Mieth<lb break="no"/>entschädigung von
                    ungefähr 18 Thlr zue<lb break="no"/>geben, worüber indessen noch die Entschei<lb break="no"/>dung schwebt. Bei <unclear reason="illegible" cert="low">Lemo</unclear> zahle ich nach <lb/>meiner Rückkehr und hoffe mit derselben
                    <lb/>Weise durchzukommen.</p>
                <p><persName key="DP0011">Notar Lauff</persName> hat mir vorgestern auch einen
                    <lb/>großen Brief geschrieben; die Kinder<pb n="3"/>
                    <lb/>haben sämmtlich einige Zeilen beigefügt <lb/>Theodor frägt an, wie mein
                    Söhnchen heißt, <unclear reason="illegible" cert="high"><lb/>Bernardine</unclear> sagt, „komm bald wieder <lb/>damit ich dein Kind
                    wiegen kann.<supplied cert="high">“</supplied></p>
                <p>Hoffentlich wird aber der kleine <persName key="DP0004">Franz</persName>
                    <lb/>nicht gewiegt und von Anfang an re<lb break="no"/>gelmäßigs Trinken und
                    Schlafen ge<lb break="no"/>wöhnt, damit er nachher nicht zuviel <lb/>Spektakel
                    macht; der kleine Kerl wird <lb/>übrigens unsere ganze Haushaltung herum<lb break="no"/>drehen und meint Notar in seinem<lb break="no"/>Briefe, daß
                        <unclear reason="illegible" cert="high">wer</unclear> im Winter zusammen
                    <lb/>Kinder wiegen könnten. Wer soll denn <lb/>unser Dienstmädchen werden? Hast
                    <lb/>Du daren schon gedacht, damit wir nicht <lb/>in Verlegenheit kommen, die
                    beiden <lb/>Großmamas haben hoffentlich Zeit gehabt <lb/>eine passende Magd
                    ausfindig zuma<lb break="no"/>chen.</p>
                <p>Meine <rs type="term" key="kleidung">Strümpfe</rs> sind noch in Ordnung; <lb/>von
                    den <unclear reason="illegible" cert="low">Birchems</unclear>-Unterhosen schicke
                    <lb/>mir 2 Stück; von Kgswinter habe ich <lb/>4 Unterjacken erhalten, von denen
                    ich <lb/>jetzt eine angezogen habe und worin <lb/>ich mich sehr behaglich fühle;
                    es ist hier <lb/><unclear reason="illegible" cert="high">rauhe</unclear> und
                    kalte Witterung eingetreten <lb/>und muss man sich wärmer kleiden<supplied cert="high">.</supplied></p>
                <p>Im Uebrigen ist das Leben hier lang<lb break="no"/>weilig, die Leute gehen Alle
                    verbissen <lb/>umher und wollen es noch nicht glauben,<pb n="4"/>
                    <lb/>daß sie Preußisch sind; wir haben <lb/>wenig Dienst und habe ich nur
                    Beschäftigung <lb/>an den Gedanken, baldigst in meine <lb/>Häuslichkeit
                    zurückzukehren; man <lb/>ist <gap reason="illegible" unit="words" quantity="1"/>
                    Junggesell geworden, hat <lb/>sich durch das lange Kriegsleben sonder<lb break="no"/>bare Manieren angewöhnt und wirst <lb/>du Mühe haben, mich
                    wieder in meinen <lb/>alten Rahmen zu bringen; Kaufe dir <lb/>bei Zeiten eine
                    Ruthe, die du nöthigen<lb break="no"/>falls an mir verwenden kannst, wenn
                    <lb/>ich es verdiene.</p>
                <p><persName key="DP0007">Otto</persName> ist nach seinem Briefe auf dem
                    <lb/>Marsche von Böhmen nach Bayern <lb/>und wird hoffentlich gesund an den
                    <lb/>Rhein und zu seinem <persName key="DP0020">Thereschen</persName>
                    <lb/>zurückkehren.</p>
                <p>Beifolgend einiges Postpapier zur <lb/>gut fleißigen Bedienung; das Schriftchen
                    <lb/>soll Vater, Mutter <add place="superlinear"><gap reason="illegible" unit="words" quantity="1"/>Anton</add> und auch du lesen; <lb/>auch
                    kannst du dasselbe an Uhles <lb/>leihen, jedenfalls bitte ich dasselbe
                    <lb/>nebst den einliegenden Photographien <lb/>aufzuheben; mein Quartier siehst
                    du <lb/>unter dem Pfeil im 2ten Stock, hoffentlich <lb/>ist es das letzte im
                    diesjährigen Feld<lb break="no"/>zug</p>
				<closer>
					<salute>Viele herzliche Grüße an Euch Alle <lb/>insbesondere dich, den herzlichsten <lb/>Gruß
                        und innigsten Kuss <lb/>von deinem dich treuliebenden Gatten</salute>
					<signed>Julius</signed>
				</closer>
            </div>
            <postscript>
                <p>Füge den Unterhosen, die schleunigst abgehen sollen <lb/>2 <gap reason="illegible" unit="words" quantity="3"/></p>
            </postscript>
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