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                <title>Julius an seine Schwiegermutter, Kalkar, 10. Oktober 1866</title>
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            <editionStmt><p>Julius und Barbara. Ein rheinischer Familienbriefwechsel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
                Herausgegeben von Stefan Dumont. Berlin 2025. <ref target="http://julius-und-barbara.de">http://julius-und-barbara.de</ref></p></editionStmt>
            <publicationStmt><publisher><ref target="http://orcid.org/0000-0002-6923-0950">Stefan Dumont</ref></publisher><pubPlace ref="http://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><idno type="URLWeb">http://julius-und-barbara.de/D18661010.html</idno><idno type="URLXML">http://julius-und-barbara.de/D18661010.xml</idno><date when="2026-06-02+02:00"/></publicationStmt>
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                <msDesc rend="manuscript">
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                        <institution>Privatbesitz</institution>
                        <idno>keine Signatur vergeben</idno>
                    </msIdentifier>
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                    <persName key="DP0001">Julius Dumont</persName>
                    <placeName key="DO0008">Kalkar</placeName>
                    <date when="1866-10-10"/>
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                <correspAction type="received">
                    <persName key="DP0009">Anna Maria Mansteden</persName>
                    <placeName key="DO0007">Bergheimerdorf</placeName>
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                <opener>
                    <dateline>Calcar 10/10 1866</dateline>
					<salute>Liebe Mutter!</salute>
                </opener>
				<p>Indem ich annehme, daß nunmehr <lb/>der Kirmeskatzenjammer bei Euch <lb/>vorüber ist und Ihr
                    in der Lage <lb/>seid, einen Brief mit Andacht zu <lb/>lesen, habe ich mich
                    heute Abend <lb/>nach vollbrachter Arbeit noch schnell <lb/>daran gemacht,
                    diesen Brief an Euch <lb/>zu schreiben.</p>
                <p>Zunächst sollst du wissen, daß <lb/>nunmehr unsere Haushaltung wie<lb break="no"/>der geordnet ist und dieselbe im <lb/>alten Geleise betrieben wird, nur
                    <lb/>mit dem Unterschied, daß der kleine <lb/>Franz durch seine <unclear reason="illegible" cert="low">Clariere</unclear> und <lb/><unclear reason="illegible" cert="low">Schrei...</unclear> dieselbe doch in Etwa
                    <lb/>geändert hat; das Kerlchen ist wohl und <lb/>so eben zur Visite bei Frau
                    Notar <lb/>die mit einem dickbackigen Töchter<lb break="no"/>chen niedergekommen
                    ist; heute <lb/>haben wir das Fremdenschlafzimmer <lb/>zurecht gemacht und
                    freuen wir<pb n="2"/>
                    <lb/>uns, daß Du mit Vater demnächst <lb/>bei uns eintreffen wirst. Ihr fahrt
                    <lb/>am besten 2 Uhr 45 Minuten von <lb/>Coeln und habt dann in <placeName key="DO0033"><hi rendition="#aq">Goch</hi></placeName> sofort <lb/>hinter
                    dem Bahnhofsgebäude den <lb/>Postwagen nach hier, der Euch Abends <lb/>7 Uhr
                    hierhin bringt<supplied cert="high">.</supplied></p>
                <p>Bärbchen wünscht, daß Du ihr vorher <lb/><unclear reason="illegible" cert="low">Kattuners</unclear> Kleid, das alte wollene <lb/>Tuch und überhaupt
                    sämmtliche von <lb/>uns dort befindliche Sachen, desgleichen <lb/>das Kleid
                    unseres Dienstmädchens mit <lb/>schickst.</p>
                <p>Bärbchen würde selbst geschrieben haben, <lb/>ist indessen daran verhindert,
                    indem <lb/>Fränzchen keine Ruhe am Schreiben <lb/>lässt; Bärbchen hat sich hier
                    sehr gut <lb/>geschickt und ist frei von <unclear reason="illegible" cert="high">Grollen</unclear>
                    <lb/>und Heimweh, wovon zu denken <lb/>sie jetzt keine Zeit mehr hat.</p>
                <p>Die Papiere von <unclear reason="illegible" cert="low">Theifer</unclear> sind bei
                    dir <lb/>angekommen und wünsche ich, den<lb break="no"/>selben nach hierzu
                    erhalten, indem <lb/>ich dieselben für <unclear reason="illegible" cert="low">Erbschaftsdeklarationen</unclear>
                    <lb/>gebrauchen muss. Im Uebrigen ist<pb n="3"/>
                    <lb/>hier Nichts Neues vorgefallen; wir <lb/>sind beinahe im Winter und
                    <lb/>haben morgens &amp; abends auf dem <lb/>Schlafzimmer ein nettes Feuerchen
                    <lb/>was wegen Fränzchen nothwendig <lb/>ist</p>
                <p>Habt Ihr auf Eurem Schlafzimmer <lb/>auch gehörig gefegt und gelüftet <lb/>Die
                    Gemüsetönnchen sollen als Eilgut <lb/>von Horrem donnerstags abgehen, <lb/>indem
                    sie dann sicher Samstags hier <lb/>eintreffen; sie müssen dann Mittwoch
                    <lb/>Nachmittags nach Horrem &amp; Weidenh. <lb/>hat Frachtscheine lautet
                    Adresse: Not <lb/>Kandidat Dum. in Calcar. Station <lb/><hi rendition="#aq">Goch</hi>, weiter durch Fuhrmann <hi rendition="#aq">van <lb/>Thiel</hi>
                    nach Calcar.</p>
                <p>Die Matten für <persName key="DP0003">Ohm <hi rendition="#aq">Anton</hi></persName> sind be<lb break="no"/>stellt und gehen direkt von
                    Cleve <lb/>zu Euch.</p>
				<closer>
					<salute>Viele herzliche Grüß &amp; Küsse an <lb/>Euch Alle von Eurem Schwiegersohn <lb/>&amp;
                        Neffen</salute>
					<signed>Julius Dumont</signed>
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