Julius an Barbara, Gießen, 19. Juli 1806
Gießen 19/7 1866
Mein herzensliebes Bärbchen!
Heute Morgen 12 Uhr fahren wir nach Frankfurt a/Main, um dort, wie es heißt als Garnison zu bleiben; mit uns reisen Bremer, Oldenburger und wird in Frankfurt ein großer Haufe beisammen sein; die Frankfurter müssen übrigens wegen ihres Benehmens sehr daran glauben daß nunmehr die Reichsstadt von Preußen besetzt wird.
Ich bin wohl und gesund und erwarte mit Sehnsucht Briefe von dir, woraus ich entnehme, daß bei dir Alles in schönster Ordnung ist.
Adressire von jetzt ab: Feldpostbrief: Adresse .... Frankfurt a/Main
Diese wenigen Zeilen wollte ich dir vor dem Ausmarsch noch schnell zugehen lassen, und dir im Uebrigen mittheilen, daß im Uebrigen hier keine Gefahr vorhanden ist; meinen Brief nebst Paquet hast du hoffent2|lich erhalten.
Wenn nun unterdessen der goldene Friede kommt, was wohl zu erwarten ist, so sind wir auf dem nächsten Wege zur Heimat und werde ich mich dafür bemühen, daß ich von Coeln aus beurlaubt werde.
Viele herzliche Grüße an Vater Mutter und Ohm Anton, insbesondere aber an Dich tausend Grüße und Küsse von Deinem dich immer treuliebenden Gatten
Julius
Zitierempfehlung
Julius an Barbara, Gießen, 19. Juli 1806. In: Julius & Barbara. Ein rheinischer Familienbriefwechsel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Herausgegeben von Stefan Dumont. Berlin 2025. URL: http://julius-und-barbara.de/D18660719.html [Datum des Zugriffs]