Metadaten
Absender:in Julius Dumont
Schreibort Frankfurt
Datum Freitag, 27.07.1866
Empfänger:in Barbara Dumont
Empfangsort Bergheimerdorf
Archiv Privatbesitz
Status

In Bearbeitung


Julius an Barbara, Frankfurt a. M., 27. Juli 1866

Mein herzensliebes Bärbchen!

So eben Mittags 12 Uhr erhalte ich in 2 von Ohm Anton geschriebenen Briefen die erfreuliche Nachricht daß du mir einen Sohn geboren und dich mit demselben wohl und gesund befindest; meinen Kameraden theilte ich dieses mit und werde ich von allen Seiten gratulirt; Frau Baronin von Erlanger setzte ich bei meiner Rückkehr ebenfalls in Kenntniss und freute sie sich sehr; wir tranken zum Frühstück mit Champagner auf das Wohlsein von Mutter und Kind; des Frühstück ist eben, mittags 1 Uhr, beendigt und sitzt der glückliche Vater schon wieder am Schreibtisch, um seiner Freude in einigen Zeilen Luft zu machen.

Hoffentlich befindest du dich wohl und gesund und lässt es, unter Beobachtung alter Vorschriften, an nichts fehlen; du2| kannst dur leicht vorstellen, wie ich danach verlange, dich selbst zu pflegen und bei dir an deinem Bett zu sein. hoffentlich wird der Werlauf des Wochenbettes auch ein günstiger sein; hüte dich vor jeglicher Aufregung und vielem Besuch, damit alles gut bestanden wird

Ohm Anton theilt mir mit, daß ihr morgen unsern Erstgeborenen taufen wollt; ich kann leider nicht dabei sein und muss mich begnügen mit der Freude, die ich jetzt habe und die indem Bewusstsein besteht, daß du an der Seite unseres Erstgebornenen als glückliche Mutter gesund und wohlbehalten aufgehoben bist.

Lasse mir mittheilen, ob das Paquet von Gießen und die Cigarren für Vater angekommen sind; gestern Nacht? habe ich die von der hiesigen Hauptwache aus geschrieben und hast du hoffentlich diesen Brief nebst? dem den Cigarren beigefügten Brief erhalten.

In Königswinter wird man über die Geburt des ersten Enkels ebenfalls große Freude haben und redet ihr ??? beisammen sein.

Ich bin noch immer wohl und gesund und in meinem alten Quartier noch? immer sehr gut aufgehoben; ein Truppenwechsel steht nicht bevor und glaube ich daß wir hier bleiben werden; wir haben vielen Wachtdienst, wodurch man sehr in Anspruch genommen ist; unsere braven Truppen haben sich bei Bischofsheim wieder tapfer geschlagen und wird? hoffentlich numeher die Bundesarnee sich eines Besseren belehren lassen.

Viele herzliche Grüße an Vater Mutter und Ohm Anton, sowie an meine etwa anreisenden (?) Eltern und Geschwister, insbesondere aber tausend Grüße und Küsse an dich von deinem dich immer treuliebenden Gatten

Julius

Zitierempfehlung

Julius an Barbara, Frankfurt a. M., 27. Juli 1866. In: Julius & Barbara. Ein rheinischer Familienbriefwechsel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Herausgegeben von Stefan Dumont. Berlin 2025. URL: http://julius-und-barbara.de/D18660727.html [Datum des Zugriffs]